ÖAMTC testet 40 öffentliche Fahrrad-Verleihsysteme in Europa (+ Foto,
+ Grafik)
"Rad-To-Go" in 18 Ländern getestet - Großteil der
Verleihsysteme schneidet gut ab
Wien (OCP - 26.06.2012 09:41 Uhr) Radfahren erfreut sich in Europas Städten großer
Beliebtheit. Häufig wird dabei aber nicht in die eigenen Pedale
getreten, sondern ein Fahrrad aus einem automatischen Verleihsystem,
ein "Public Bicycle", genutzt. Dabei handelt es sich um öffentlich
zugängliche Leihfahrräder, die nach dem Prinzip der Selbstbedienung
entnommen und zurückgegeben werden können. Der ÖAMTC hat gemeinsam
mit seinen Partnerclubs 40 solcher Verleihsysteme in 18 europäischen
Ländern unter die Lupe genommen. "23 von 40 Systemen wurden mit 'gut'
bewertet, darunter die beiden österreichischen Vertreter 'Citybike
Wien' und 'nextbike' aus St. Pölten", fasst ÖAMTC-Verkehrstechniker
Markus Schneider die Ergebnisse zusammen. Außerdem gab es ein "sehr
gut", elf "ausreichend", zwei "mangelhaft" und drei "sehr
mangelhaft".
Der Testsieger kommt aus Frankreich. "Das System 'vélo'v' in Lyon
bietet 343 Stationen mit 4.000 Rädern, die ganzjährig, rund um die
Uhr und für jedermann verfügbar sind", erklärt der ÖAMTC-Experte.
"Auch in punkto Bedienung und Komfort ist dieses Verleihsystem
vorbildlich." Ganz anders sieht es bei drei niederländischen Systemen
im Test aus, die allesamt mit "sehr mangelhaft" beurteilt worden
sind. Die "OV-fiets" in Utrecht, Amsterdam und Den Haag konnten im
ÖAMTC-Test in keiner Kategorie überzeugen. "Weder Anzahl der
Stationen und Räder, noch Komfort oder Bedienung sind für eine
einfache allgemeine Nutzung ausreichend", hält Schneider fest.
Zwtl.: Österreichische Vertreter "Citybike Wien" und "nextbike"
schneiden gut ab
Unter den 40 getesteten Public-Bicycle-Systemen waren auch zwei
Vertreter aus Österreich, die beide mit "gut" bewertet wurden.
'"Citybike Wien' überzeugte im Test unter anderem mit ganzjähriger
Nutzbarkeit und Rädern, die rund um die Uhr verfügbar sind",
schildert der ÖAMTC-Verkehrstechniker. Auch das gute
Informationsangebot an den Stationen, im Internet und mittels
Smartphone-Apps wurde positiv bewertet. Negativ fiel insbesondere die
verhältnismäßig geringe Stations- und Räderdichte auf. Diese wird
jedoch gerade weiter ausgebaut. Auch die gebührenpflichtige Hotline
und die fehlende Verknüpfung mit dem öffentlichen Verkehrsnetz wurden
von den Testern bemängelt.
"nextbike" in St. Pölten war im ÖAMTC-Test ähnlich überzeugend wie
"Citybike Wien". Zusätzlich konnte das System mit einer
Gratis-Hotline punkten. "Wermutstropfen neben der geringen Räder- und
Stationsdichte: Die Nutzung ist nur von 20. März bis 15. November
möglich", hält der ÖAMTC-Experte fest. "nextbike" gibt es übrigens
nicht nur in St. Pölten, sondern auch in Städten und Gemeinden im
Burgenland, in Niederösterreich und Vorarlberg.
Zwtl.: Viele verschiedene Verleih- und Tarifsysteme in Europa
Ein einheitliches Schema für Public-Bicycle-Systeme gibt es in
Europa derzeit nicht. "Das ist auch nicht unbedingt notwendig. Besser
wäre ein regionaler und internationaler Ideenaustausch zwischen
Betreibern und Gemeinden", erklärt ÖAMTC-Verkehrstechniker Schneider.
"So könnten die Vorteile verschiedener Systeme am besten kombiniert
werden." Einige Vorschläge zur Optimierung für bestehende und
zukünftige Systeme hat der ÖAMTC-Experte dennoch:
* Das Angebot an Stationen und Fahrrädern sollte möglichst
flächendeckend sein und in weiteren Städten eingeführt werden. Die
Public-Bike-Stationen selbst sollten besser mit den Öffi-Stationen
abgestimmt werden.
* Zwischen den einzelnen Stationen sollte auf Ausgleich an Rädern
Wert gelegt werden. Das betrifft insbesondere stark frequentierte
Stationen (z. B. an Bahnhöfen), an denen zeitweise weder Entlehnung
noch Rückgabe möglich sind.
* Hotlines und Apps sollten den Nutzern gebührenfrei zur Verfügung
stehen, Infos in mehreren Sprachen, zumindest aber auf Englisch
abgefasst sein.
* Die Tarife müssen übersichtlich und attraktiv für alle
Nutzergruppen gestaltet werden. Generell sollten die Betreiber die
Nutzung der Räder allgemein möglich machen und nicht einseitig auf
bestimmte Personengruppen wie Pendler oder Touristen zuschneiden.
* Die Räder müssen stets verkehrssicher und gut gewartet sein.
Weitere Infos zum ÖAMTC-Test gibt es unter www.oeamtc.at/tests.
Infos, in welchen Reiseländern Radhelmpflicht besteht, gibt es in der
weltweiten Länderdatenbank des Clubs unter www.oeamtc.at/laenderinfo.
Die besten Tipps für Stadtentdecker - von Sehenswürdigkeiten über
Restauranttipps bis zu Shopping-Highlights - bietet der ÖAMTC City
Guide unter www.oeamtc.at/cityguide. Unterwegs kann man auch die
neue, kostenlose City Guide App für iPhone und Android-Smartphones
nutzen.
Aviso an die Redaktionen:
Bildmaterial und eine Grafik zu dieser Aussendung stehen unter
www.oematc.at/presse zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Tschernutter
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