Wie brandsicher sind Österreichs Wohnbauten wirklich? - BILD
Wien (HIM - 09.03.2010 15:48 Uhr) Erst aktuell zerstörte wieder ein Großbrand in
Salzburg ein gesamtes Wohnhaus. Binnen Minuten stand der in
Holzriegelbauweise errichtete Wohnbau in Flammen. 32 Mieter verloren
ihr Heim. Seit Jahren kritisieren Experten Mängel in den bestehenden
und in den neuen "harmonisierten" Bauordnungen. Wenn keine Maßnahmen
ergriffen werden drohe ein Anstieg der sozialen, materiellen und
finanziellen Schäden durch Feuer, erläuterte Hr. DI Dr. Bernd
Wolschner, Präsident des Verbandes Österreichischer Beton- und
Fertigteilwerke bei einer Pressekonferenz am Dienstag, 09. März 2010
und fordert eine sichere Bautechnikverordnungen für Österreich.
Sicherheitsbewusstsein muss gestärkt werden
Sichere Verordnungen für Österreich gefordert!
Jahr für Jahr sterben in Österreich mehr als 60 Menschen an den
Folgen von Bränden. Zusätzlich richten Feuer in Gebäuden jährlich
Schäden von mehr als 400 Millionen Euro an. Die Bauordnung und damit
auch der Brandschutz sind in Österreich Landessache. Im Jahr 2007
wurde vom österreichischen Institut für Bautechnik (OIB) ein Entwurf
einer harmonisierten Bauordnung erstellt, die Umsetzung obliegt aber
weiterhin den einzelnen Ländern. Daher unterscheiden sich die
Vorschriften im Detail oft sehr voneinander. Neue Trends in
Architektur und Wohnhochhausbau haben zudem dazu geführt, dass
Gefahren entstehen, die bisher nicht voll eingeschätzt werden können.
"Österreich braucht Regelungen der Brandschutzvorschriften, die
stärker auf die verwendeten Baumaterialien Rücksicht nehmen. Gebäude
müssen dem Feuer so lange widerstehen, bis Maßnahmen zur Rettung von
Personen, Hab und Gut und zur gezielten die Baustruktur erhaltenden
Brandbekämpfung gesetzt werden", so Wolschner. Problematisch ist,
dass Wohnhäuser aus brennbaren konstruktiven Baustoffen inzwischen
bis zu fünf Geschossen, bei Dachbodenausbauten sogar bis zu 26 Metern
Höhe gebaut werden können. Laut harmonisierter Bauordnung darf ein
Brandabschnitt im Wohnbau bis zu 1200m2 haben, das entspricht etwa 10
Wohnungen mit 120m2, die sich z.B. über drei Geschosse erstrecken
können. Auch die bisher vielfach - aus guten Gründen - an der Grenze
zum Nachbarn vorgesehene Feuermauer, die "Wand für jedes Haus in
einer Reihe von Häusern" (Reihenhäuser) wird durch eine einfache,
gemeinsame Trennwand abgelöst. Dadurch sind Probleme im Brandschutz
zu erwarten.
Steigerung des Brandrisikos
Unterschiedliche Bauweisen führen im Fall eines Brandes zu völlig
unterschiedlichen Auswirkungen, auch wenn vom System und rein formal
die gleichen Brandwiderstandsklassen erreicht werden. Untersuchungen
haben ergeben, dass eine Gesamtkonstruktion vorzeitig versagen kann,
weil die metallischen Verbindungen von Holzbauteilen durch Hitze ihre
Festigkeit verlieren. Wolschner "Diese Gefahr droht vor allem dann,
wenn die Ausführung der Bauten nicht stimmt. Mängel bei Planung und
Bauausführung sind die häufigsten Fehler im Brandschutz, wenn
entsprechende Fachkenntnisse fehlen. Herkömmliche, massive Bauten
z.B. aus Beton sind gegen Fehler z.B. bei Installationen dagegen
weitgehend unempfindlich. Sie wirken zusätzlich als Brandstopper, von
denen keine weiteren Gefahren ausgehen, während andere Materialien
selbst zur Brandlast und zur Brandausbreitung beitragen. "Die
Brandschutzbestimmungen nehmen auf diese und andere Unterschiede
keine Rücksicht, dadurch steigt mit der Zunahme bestimmter Bauweisen
das Brandrisiko in Österreichs Häusern erheblich", so Wolschner.
Über den VÖB
Der Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) mit
Sitz in Wien vertritt die Interessen aller in Österreich tätigen
Betriebe der Betonfertigteilbranche. Er unterstützt als unabhängiger
Wirtschaftsverband seine Mitglieder sowohl in technischen als auch
produktbezogenen Belangen und versteht sich als (Wissens-) Plattform
und Sprachrohr der Branche. Die österreichischen Beton- und
Fertigteilwerke erwirtschaften jährlich ein Umsatzvolumen von über
700 Millionen Euro und beschäftigen mehr als 4000 Mitarbeiter in rund
100 Betrieben. Somit zählt dieser leistungsfähige Industriezweig zu
den bedeutendsten Branchen im Baubereich.
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=38&dir=201003&e=20100309_v&a=event
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Für weitere Auskünfte und Interviewanfragen:
Dr. Johanna Karner
Himmelhoch - Text, PR & Event
Tel/Fax: +43 (1) 907 36 72
johanna.karner@himmelhoch.at - www.himmelhoch.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4949
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0265 2010-03-09/15:48
|